Was ist Primärenergie?

Primärenergie bezeichnet die Energie, die in natürlich vorkommenden Energiequellen enthalten ist und noch nicht durch technische Prozesse umgewandelt oder veredelt wurde. Sie ist die erste Stufe in der Energiekette. Beispiele sind Kohle, Erdöl, Erdgas, Uran, Sonnenstrahlung, Windkraft, Wasserkraft und Biomasse. Im Gegensatz dazu steht die Endenergie, die beim Verbraucher ankommt (z.B. Strom aus der Steckdose), und die Nutzenergie, die tatsächlich genutzt wird (z.B. Wärme oder Licht).

Bedeutung für Photovoltaik und Wärmepumpen

Für Hausbesitzer, die Photovoltaik (PV) oder Wärmepumpen nutzen, ist der Begriff Primärenergie besonders wichtig, da er die Grundlage für die Bewertung der Energieeffizienz eines Gebäudes bildet. Der Primärenergiefaktor gibt an, wie viel Primärenergie für eine Einheit Endenergie aufgewendet werden muss. Je niedriger der Faktor, desto effizienter und umweltfreundlicher ist die Energiebereitstellung. Strom aus PV-Anlagen hat einen sehr niedrigen Primärenergiefaktor (nahe null), während fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl hohe Faktoren aufweisen (meist über 1,0).

Primärenergiefaktoren im Überblick

Relevanz für Hauseigentümer

Für Hauseigentümer ist der Primärenergiebedarf eines Gebäudes eine zentrale Kennzahl im Gebäudeenergiegesetz (GEG). Der Primärenergiebedarf wird im Energieausweis ausgewiesen und beeinflusst die energetische Einstufung des Hauses. Ein niedriger Primärenergiebedarf ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben bei Neubauten, sondern auch Voraussetzung für viele Förderprogramme der KfW oder der BAFA. Durch den Einsatz von PV-Anlagen und Wärmepumpen können Hausbesitzer den Primärenergiebedarf ihres Gebäudes drastisch senken, da sie erneuerbare Energien nutzen und weniger fossile Brennstoffe verbrauchen.

Praxisbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit einer Ölheizung hat einen jährlichen Primärenergiebedarf von etwa 200 kWh/m². Wird die Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt und eine PV-Anlage installiert, sinkt der Primärenergiebedarf auf unter 50 kWh/m². Das Haus erreicht dann die Effizienzhaus-Stufe 40 und erfüllt die Anforderungen des GEG sowie die KfW-Förderbedingungen.

Bezug zu Deutschland: Normen und Förderung

In Deutschland wird der Primärenergiebedarf nach der DIN V 18599 berechnet. Das GEG schreibt vor, dass Neubauten einen bestimmten Primärenergiebedarf nicht überschreiten dürfen. Zudem wird der Primärenergiefaktor des Strommixes regelmäßig aktualisiert – zuletzt 2023 von 2,4 auf 1,8 gesenkt, was den Einsatz von Wärmepumpen attraktiver macht. Förderprogramme wie die BEG (Bundesförderung effiziente Gebäude) belohnen besonders niedrige Primärenergiebedarfe mit höheren Zuschüssen.

Fazit

Der Begriff Primärenergie ist ein Schlüsselkonzept für die Energiewende. Hausbesitzer, die in PV und Wärmepumpen investieren, senken nicht nur ihre Heiz- und Stromkosten, sondern verbessern auch die Energieeffizienz ihres Gebäudes und tragen aktiv zum Klimaschutz bei. Ein geringer Primärenergiebedarf ist heute ein entscheidender Faktor für den Immobilienwert und die Zukunftssicherheit eines Hauses.

WP-Kostenrechner

Primärenergie – Was ist das? Einfach erklärt | Glossar

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Wärmepumpen-Kostenrechner für Bestandsgebäude

Der Rechner kalkuliert das Investitionsvolumen für den Tausch einer alten Gas- oder Öl-Heizung gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Eingaben: Wohnfläche, Baujahr, bisheriger Energieverbrauch in kWh oder Liter Heizöl, vorhandener Heizkörpertyp und vorhandener Schornstein-/Tankanschluss, der entfernt werden muss. Ausgaben: Geräte-Investition, Installation, Demontage Altanlage, Pufferspeicher, hydraulischer Abgleich und Inbetriebnahme.

Förderung KfW 458 in Zahlen

Maximale Förderfähigkeit 30.000 € Investition für das erste Wohngebäude. Grundförderung 30 % plus Klimageschwindigkeitsbonus 20 % (bis 2028) plus Einkommensbonus 30 % bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 € im Jahr. Maximal 70 % – also bis zu 21.000 € Zuschuss. Der Rechner ermittelt Ihren Anspruch aus den Eingaben.

Beispielrechnung

Reihenhaus Baujahr 1992, 140 m², bisher 18.000 kWh Erdgas: Investition gesamt 32.500 €, davon förderfähig 30.000 €. Mit Grundförderung plus Klimabonus (50 %) ergibt sich ein Zuschuss von 15.000 € und ein Eigenanteil von 17.500 €. Stromkosten mit JAZ 3,5 und Wärmepumpentarif 26 ct: rund 1.040 € pro Jahr, gegenüber 1.980 € bisher Erdgas.

Was der Rechner bewusst weglässt

Wir verzichten auf hypothetische CO2-Bonus-Zuschüsse aus Bundesländern, die noch nicht beschlossen sind, und auf werblich überhöhte JAZ-Werte aus Herstellerprospekten. Auch die Restwertannahme der Altanlage bleibt konservativ bei 0 €; ein evtl. Verkauf eines noch funktionstüchtigen Gaskessels ist als Bonus zu rechnen. Stand 2026. Betreiber: Sönke Wessels, Science Works UG.