Vorlauftemperatur und COP: Warum jedes Grad zählt
Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto besser der COP. Wie viel kostet ein Grad mehr? Die Rechnung.
Von Sönke Wessels · Redaktion · veröffentlicht am 8. Dezember 2025
Vorlauftemperatur und COP: Warum jedes Grad zählt
Die Vorlauftemperatur ist der stärkste Kostenhebel beim WP-Betrieb. Niedrig halten – das spart hunderte Euro pro Jahr.
Zusammenhang: Vorlauf und COP
Faustregel: 1 Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur = ca. 2–3 % höherer COP
Konkret: Von 55 °C auf 45 °C senken = +10 K = ca. 20–30 % besserer COP
COP-Tabelle nach Vorlauftemperatur (Luft-WP bei +7 °C Außentemp.)
| Vorlauftemperatur | COP | Jahreskosten (15.000 kWh, 0,27 €) |
|---|---|---|
| 35 °C (Fußbodenheizung) | 4,5 | 900 € |
| 40 °C | 4,0 | 1.013 € |
| 45 °C (optimiert) | 3,5 | 1.157 € |
| 50 °C | 3,0 | 1.350 € |
| 55 °C (Standard-Heizkörper) | 2,6 | 1.558 € |
| 65 °C (alte Heizkörper) | 2,0 | 2.025 € |
Wie senke ich die Vorlauftemperatur?
- Hydraulischen Abgleich durchführen: Gleichmäßige Wärmeverteilung, alle Heizkörper warm
- Heizkörper vergrößern: Größere Heizfläche → gleiche Wärme bei niedrigerer Temperatur
- Heizkurve optimieren: WP-Steuerung für minimale Vorlauftemperatur einstellen
- Nachtabsenkung minimieren: Starke Absenkung zwingt WP zu hohen Temperaturen beim Aufheizen
Fußbodenheizung nachrüsten: Lohnt es sich?
Nachrüstung FBH im Bestand: 80–150 €/m². Bei 150 m² = 12.000–22.500 €.
Kostenersparnis: 1.558 – 900 = 658 €/Jahr (von 55 auf 35 °C)
Amortisation: 12.000 / 658 = 18 Jahre – nur wirtschaftlich mit langer Planungsperspektive.
Alternative: Heizkörper tauschen
Neue, übergroße Heizkörper: 150–400 €/Stück. Bei 10 Heizkörpern ca. 2.500 €. Vorlauf sinkt auf 45 °C.
Ersparnis: 1.558 – 1.157 = 401 €/Jahr. Amortisation: 2.500 / 401 = 6,2 Jahre. Sehr rentabel!
Fazit
Investieren Sie in die Senkung der Vorlauftemperatur. Neue Heizkörper sind oft die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme zur WP-Optimierung – vor allem wenn die Kosten unter 3.000 € bleiben.