Wärmebedarf Altbau berechnen: So gehen Sie
Altbauten haben oft hohen Wärmebedarf. So berechnen Sie ihn korrekt für die WP-Planung.
Von Sönke Wessels · Redaktion · veröffentlicht am 14. November 2025
Wärmebedarf Altbau berechnen: So gehen Sie vor
Im Altbau ist der Wärmebedarf oft doppelt so hoch wie im Neubau. Richtig ermittelt, ist er die Grundlage für jede WP-Planung.
Methode 1: Heizkostenabrechnung auswerten
Einfachste Methode: Schauen Sie in die Heizrechnung der letzten 3 Jahre.
- Jahresverbrauch ermitteln (m³ Gas, L Öl oder kWh)
- Auf Energieinhalt umrechnen (Gas: ×10 kWh/m³; Öl: ×10 kWh/L)
- Heizungsanteil: 80–90 % des Gesamtverbrauchs (Rest = Warmwasser)
- Durchschnitt über 3 Jahre bilden
Beispielrechnung
Altbau, Gasverbrauch: 3.200 m³/Jahr (Durchschnitt)
- Energiemenge: 3.200 × 10 = 32.000 kWh
- Heizanteil 85 %: 32.000 × 0,85 = 27.200 kWh/Jahr
- Wohnfläche: 180 m²
- Spezifischer Bedarf: 27.200 / 180 = 151 kWh/m²a
Einordnung: Wo steht mein Altbau?
| Spezifischer Bedarf | Bewertung | WP-Empfehlung |
|---|---|---|
| > 200 kWh/m²a | Sehr schlecht (Sanierung dringend) | WP erst nach Sanierung |
| 150–200 kWh/m²a | Schlecht | WP möglich, aber teuer |
| 100–150 kWh/m²a | Mittel | WP wirtschaftlich |
| 60–100 kWh/m²a | Gut | WP sehr wirtschaftlich |
| < 60 kWh/m²a | Sehr gut | WP ideal |
Heizlast ableiten
Aus dem Jahresbedarf die Heizlast (kW) ableiten:
Heizlast ≈ Jahresbedarf (kWh) / 1.700–2.000 h (Vollbetriebsstunden)
Beispiel: 27.200 kWh / 1.800 h = 15,1 kW
Welche Dämmmaßnahmen helfen am meisten?
| Maßnahme | Typische Einsparung |
|---|---|
| Dachdämmung | 15–25 % |
| Fassadendämmung (WDVS) | 20–40 % |
| Kellerdämmung | 5–10 % |
| Fenster 3-fach | 5–15 % |
Fazit
Kennen Sie Ihren Wärmebedarf, können Sie WP-Größe und Betriebskosten realistisch einschätzen. Im Altbau gilt: Jede kWh weniger Bedarf spart über die WP-Lebensdauer mehrfach.