Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Kosten und Wirtschaftlichkeit
Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind die effizienteste Option. Was kosten sie und wann lohnen sie sich?
Von Sönke Wessels · Redaktion · veröffentlicht am 9. Oktober 2025
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Kosten und Wirtschaftlichkeit
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Sie ist die effizienteste WP-Variante – aber auch die aufwendigste in der Installation.
Wie funktioniert sie?
Ein Saugbrunnen fördert Grundwasser (10–12 °C), die WP entzieht Wärme, ein Schluckbrunnen führt das abgekühlte Wasser zurück.
Voraussetzungen
- Grundwasserspiegel: max. 15 m Tiefe
- Wasserqualität: wenig Eisen, Mangan, kein aggressives Wasser
- Wassermenge: min. 1,5 m³/h je kW Heizleistung
- Genehmigung: Wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich
Investitionskosten
| Position | Kosten |
|---|---|
| Wasser-Wasser-WP 10 kW | 13.000 € |
| Saugbrunnen (Bohrung + Ausbau) | 4.000–8.000 € |
| Schluckbrunnen | 3.000–6.000 € |
| Pumpen & Rohrleitungen | 2.000 € |
| Hydraulik & Installation | 4.000 € |
| Genehmigung & Gutachten | 1.000–2.000 € |
| Gesamt | 27.000–35.000 € |
Beispielrechnung: 35.000 € Investition
- Förderfähige Kosten: 30.000 € (Maximalgrenze BEG EFH)
- Grundförderung 30 %: 9.000 €
- Nettokosten: 35.000 – 9.000 = 26.000 €
Betriebskosten
JAZ bei Grundwasser und FBH: ca. 5,0
- Heizwärmebedarf: 15.000 kWh/Jahr
- Stromverbrauch WP: 15.000 ÷ 5,0 = 3.000 kWh/Jahr
- Brunnenpumpe: ca. 500 kWh/Jahr
- Stromkosten gesamt: 3.500 × 0,26 = 910 €/Jahr
- Wartung: 300 €/Jahr (Brunnen + WP)
- Gesamt laufend: 1.210 €/Jahr
Risikofaktoren
- Brunnenverockerung: Kostenpunkt für regelmäßige Reinigung (alle 3–5 Jahre, 500–1.500 €)
- Wasserqualität: Korrosion an Wärmetauscher bei aggressivem Wasser
- Genehmigungsrisiko: Nicht jede Gemeinde erteilt Erlaubnis
Vergleich der WP-Typen
| Typ | JAZ | Investition (netto) | Jahresstrom |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | 3,0 | 9.000 € | 1.500 € |
| Sole-Wasser | 4,2 | 17.500 € | 1.071 € |
| Wasser-Wasser | 5,0 | 26.000 € | 910 € |
Fazit
Wasser-Wasser-WP ist die effizienteste Option. Die hohen Investitionskosten und Genehmigungsaufwände machen sie aber nur sinnvoll, wenn die geologischen Voraussetzungen stimmen und ein langer Planungshorizont besteht.